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Mountainbiken auf dem Dach der Welt

Marco Schärer von „Sport and Passion“ reiste im Juni zusammen mit vier Gästen und fünf Mountainbikes in den indischen Teil des Himalaya-Gebirge. Dort führte er eine dreiwöchige Singletrail-Reise durch und integrierte dabei 4 Highlights, die ihm, seinen Gästen und auch dem Material alles abverlangte. Lest selbst…

Am Samstag 10. Juni 2017 ging die Reise am Flughafen Zürich nach Delhi los.

Bikereisen_Himalaya

Akklimatisierung

Die Ankunft auf 3600 m.ü.M. erforderte eine sorgfältige Akklimatisierung. So begann das Abenteuer für die Fahrer mit einer fünftägigen Tour, zur Gewöhnung an die Höhe. Die erste Ausfahrt  von 45 km und 900hm, war geografisch sehr eindrucksvoll und führte entlang buddhistischer Klöster und Dörfer. Trotz der sorgfältig geplanten Akklimatisierung, zeigte leider schon an diesem Abend ein Teilnehmer Anzeichen eines Lungenödems und eine Evakuierung konnte nicht mehr abgewendet werden.

Mountainbike_tragen

Das tolle Wetter, das lokale Frühstück, die anspruchsvolle und doch gut gemeisterte Tour in Richtung Lago La mit mehreren „trage Passagen“, konnte die Stimmung am nächsten Tag wieder heben.

Am dritten Tag standen gleich zwei Highlights auf dem Programm. Am Vormittag die Erstbefahrung einer Trekkingroute und am Nachmittag die Erstbegehung des bis dahin noch namenlosen Passes. Der Morgen verlief zum Glück nach Plan, obwohl der Aufstieg wiederum eine Stunde Bike tragen beinhaltet. Die Abfahrt war lang und unmittelbar vor Skyin Ling technisch sehr anspruchsvoll.

Berg_Himalaya_Gebirge_MTB

Nach der Mittagspause folgte die Suche nach einem möglichen Weg in Richtung des Passes ohne Namen. Nach über zwei Stunden erkannte das Team etwas Ähnliches wie einen Trampelpfad, welchem sie dann auch folgten. Eine Stunde später und nicht einmal vier Kilometer zurückgelegten Weges lief ihnen die Zeit davon und die Kräfte schwanden deutlich.

An diesem Punkt musste die Entscheidung getroffen werden abzubrechen und in Richtung Skyin Ling zurückzukehren, wie Marco berichtete.

Ein Begleitfahrzeug transportierte die vier Biker dann weiter bis nach Dargo, wo sie übernachten konnten.

Die beiden letzten Tage der Akklimatisationstour brachte das Team in die Nähe der pakistanischen Grenze. Die Tour führte sie über den Photu La Pass nach Lamayuru, wo eines der ältesten buddhistischen Klöster der Welt gelegen ist. Nach dieser Tour wurden die Fahrer dann wieder per Shuttle zurück nach Leh gebracht, wo dann die letzten Vorbereitungen für die Haupttour getroffen werden konnten.

Himalaya_Kloster_Ruinen

Haupttour

Am nächsten Morgen konnte das Gepäck auf Pferde verladen werden, die die Haupttour begleiteten. Hier war es sehr entscheidend sich auf den nötigste Gepäck zu konzentrieren, damit die Tiere nicht zu schwer tragen mussten. Kurz darauf starteten die Fahrer mit den Mountainbikes auf die letzten 30km, die auf einer gut fahrbaren Strasse und damit kräfteschonend absolviert werden konnten.

Himalaya_Dorf_MTB

Das Erwachen am nächsten Morgen kam für das Team anders als gewünscht. In der Nacht fand ein markanter Wetterwechsel statt. Von den zuvor 20°C und Sonnenschein war weit und breit nichts mehr zu sehen, stattdessen maximal 5°C, dazu ein eisiger Wind. Nach einer etwas kleineren Tour, standen sie nun unmittelbar vor der Königsetappe am Fusse des Passes und richteten das Nachtlager ein.

MTB_Action

Das schlechte Wetter blieb leider bestehen und so wurde der nächste Tag zu einer deutlichen Herausforderung. Das Team brach bei leichtem Schneefall in Richtung des Passes Kyamri La auf. Dieser Pass liegt auf 5180m.ü.M. Hier begann dann das dritte und wohl anspruchsvollste Highlight der Reise: die Befahrung von vier Pässen an einem Tag, welche alle über 5100m.ü.M. liegen. Bereits nach wenigen Metern Aufstieg wurde jedoch die Kälte und der andauernde Schneefall immer mehr zur Tortur. Zusätzlich belastete die enorme Höhe zunehmend, was dazu führte das zwei weitere Teilnehmer sowie das gesamte Begleitteam die Rückkehr zum Base-Camp antreten mussten. Nach zehn Stunden im Sattel komplett durchnässt und mit einer leichten Unterkühlung konnte Marco zusammen mit einem weiteren Gast dennoch Camp drei per Mountainbike erreichen.

Camping_Mountainbiking

Der Morgen danach zeigte sich dann wieder freundlicher und die Sonne wärmte sowohl die kalten Glieder wie auch die  Gemüter des gesamten Teams. Das dritte Camp befand sich direkt am Tso Kar. Der Tso Kar ist der höchstgelegenste Salzsee der Welt. Von dort aus brachen die Biker zu einer eine Halbtagestour auf. Welche unter anderem unmittelbar am See entlang führte. Auf dem höchsten Punkt des Berges konnten die Fahrer dann noch die letzten Sonnenstrahlen geniessen bevor der Schneefall erneut einsetzte.

Salzsee_Himalaya_MTB

Die weiteren Schlechtwetterprognosen und vor allem auch die anhaltenden kalten Temperaturen brachten Marco und seine ganze Crew beinahe zur Verzweiflung.

Nach langen Überlegungen mussten wir uns leider für einen Abbruch und damit zum vorzeitigen, abrupten Ende unserer abenteuerlichen Bike Reise entscheiden, so Marco.

Zurück in Leh liessen die etwas entkräfteten Fahrer es dann aber ruhiger angehen und konnten sich von den Strapazen der letzten Tage erholen. Es folgten noch zwei Mountainbike Touren in der Nähe von Leh. Eine davon war ein weiteres absolutes Highlight und führte auf den imposanten Pass Kardung La (5340m.ü.M.), welcher der höchstgelegene Pass ist, der mit einem Fahrzeug befahren werden kann. Am Ziel angekommen fielen sich alle glücklich und stolz in die Arme…

HimalayaPass_Mountainbike

Marco freut sich, dass „trotz des Wetterpechs und den grösseren gesundheitlichen Schwierigkeiten eines Teilnehmers, alle auf ein grosses Abenteuer zurückblicken können.“ Nebst einer atemberaubenden Landschaft konnten sogar seltenere Tiere wie Yaks, Wildesel, Wölfe und Schneeleoparden gesichtet werden.

Eine unbeschreibliche Reise, welche nur mit einem gut funktionierenden Team in dieser Form durchführbar ist, schlussfolgert Marco begeistert.

SportandPassion_BikeReise
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