';

TORTOUR 2017- WIR WAREN DABEI.

Die „Tortour“ ist bekannt als eines der grössten, mehrtägigen Non-Stop Ultracycling Events weltweit. Start und Ziel ist in Schaffhausen, Schweiz. Die Hauptstrecke – die eigentliche Tortour – führt über mehrere Alpenpässe rund um die Schweiz und umfasst am Ende 1000 Kilometer mit 13.000 Höhenmetern. Unser Projekt Manager Michael Riehle war beim sogenannten „Sprintrennen“ am Start. Ein Sprintrennen über 370 Kilometer mit 4.600 Höhenmetern.

Michael hat sich als Solofahrer an die Sprintstrecke herangetraut. Wo Michael von Sprintstrecke spricht, würden die meisten Menschen von einer mehrtägigen Etappen-Tour sprechen. Unter „Sprint“ versteht er nämlich 370 km mit 4.600 hm ohne Pause. Ein „etwas“ längeres Einzelzeitfahren also. Für Michael gilt generell: Je länger, desto besser. Wenn bei längeren Trainingsausfahren die Kollegen nach 80 km müde werden, geht bei ihm das Training eigentlich erst richtig los.

"Sprint" Strecke mit 370 km und 4200 hm

Bevor er am 19. August am Start der 370 km langen Runde stand, musste erst einmal die Startreihenfolge der Teilnehmer festgelegt werden. So wurde am Nachmittag zuvor ein 800 m (!) langer Prolog gefahren. Der Schnellste durfte am nächsten Tag als Erstes auf die Sprintstrecke gehen und alle anderen folgten in entsprechenden Abständen.

Um an den Start gehen zu dürfen, mussten die Athleten entsprechend einer strengen Checkliste ausgestattet sein. Das Fahrrad musste für die Nachtstunden mit passender Beleuchtung versehen sein. Es musste Reflektor- und Allwetterbekleidung vorhanden sein, sowie Mobiltelefon und angemessene Verpflegung. Der Veranstalter bestückte die Athleten dann noch mit einem GSP Chip zur Zeiterfassung, GPS Streckendaten sowie einem PDF Roadbook.

Strecke edited

Morgens um 3:00 Uhr klingelte Michaels Wecker, für den Langschläfer sollte das wohl die schlimmste „Tortour“ des Tages sein. Nach einem kleinen Frühstück und den letzten Vorbereitungen rollte er dann um exakt 4:26 Uhr über die erste Matte zur Zeiterfassung und es ging los. Windschattenfahren war strengstens untersagt und so sollte es ein einsames Rennen werden. Die ersten zwei Stunden wurden noch im Dunkeln absolviert und hier schaffte es Michael noch viele andere Teilnehmer zu überholen- zumindest soweit er es erkennen konnte. Nach knapp 200 km hatte er es geschafft sich den Pragelpass hinauf zu kämpfen und vollkommen entgegen seinen Erwartungen fühlte er sich hervorragend.

Jeder der schon einmal ein längeres Rennen gemacht hat weiss auch, dass die Tiefpunkte meist nicht ausbleiben und dass der Umgang mit genau diesen das weitere Rennen bestimmen kann. Die Zeit zwischen der dritten und vierten Verpflegungs- und Kontrollstation war lang: 111 km. Es war Mittagszeit, die Sonne knallte und es war viel Verkehr auf den doch recht grossen Strassen. Nach 250 km kam er also, der erste und letzte, aber dafür lange Durchhänger. Knapp 60 km stellte unser Projektmanager sich immer wieder die Frage

„Warum musste das jetzt wieder sein?“

und sagte sich

„OK, das war jetzt aber wirklich das allerletzte Mal.“

Ungefähr bei Kilometer 320 fühlte Michael sich dann aber nach und nach immer besser. Ein paar Wolken schoben sich vor die Sonne und die Fahrt wurde wieder angenehmer. Nicht erst im Ziel, nein, sogar schon zu diesem Zeitpunkt des Rennens dachte er sich:

„Ach, eigentlich ist es doch ganz schön und im nächstes Jahr geht’s auf jeden Fall wieder an den Start.“

Als er dann ca. 40 km vor dem Ziel noch einmal an einem Brunnen seine Wasserflasche füllen musste, wurde er doch noch von drei Athleten überholt – sogar von der schnellsten Frau. Da war natürlich der Ehrgeiz wieder geweckt und Michael holte noch einen der drei Fahrer vor dem Ziel wieder ein.

Um 19 Uhr, nach guten 14 Stunden, fuhr er dann gerade noch vor dem einsetzenden Regen in Schaffhausen in die IWC Arena ein und wurde auch direkt mit einer Medaille belohnt. Was für ein Tag. Die meisten anderen Mitarbeiter würden sich diese Strecke wahrscheinlich auf 3 bis 4 Tage aufteilen.

…. Aber Michael beginnt schon zwei Tage später mit der Challenge Strecke, den 525 km, für das nächste Jahr zu liebäugeln. Wir sind gespannt, was daraus wird.

Siegerehrung
Empfehlen
  • Share:
  • Facebook
  • Google Plus
  • LinkedIN
  • Pinterest
  • Twitter
  • Mail
  • Whatsapp
Teilen
Getagged in

Hinterlasse ein Kommentar

*required fields