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Wie wichtig ist die richtige Speichenspannung?

Erfahre, warum die richtige Speichenspannung so wichtig ist und warum wir von jedem unserer Laufräder einen «Fingerabdruck» nehmen, bevor es eines unserer Werke verlässt. 

«Die Speichenspannung ist die verborgene Kraft, die deinem Laufrad maximale Haltbarkeit schenkt, für ein präzises Lenkverhalten sorgt und dir die Agilität zum Beschleunigen gibt.» Die Kunst des Laufradbaus liegt darin, die Speichen so nah wie möglich an das vorgegebene Maximum zu spannen und gleichzeitig die Abweichung der Spannungen untereinander so gering wie möglich zu halten.

Speichenspannung ohne Reifen
Abb. 1: Speichenspannung ohne Reifen

Abbildung 1 zeigt die Speichenspannung eines Hinterrades mit 28 Speichen. Der schwarze Kreis zeigt die Spannung der Speichen der rechten Seite (in N), also der Antriebsseite und die rote Kurve die Spannung der linken Seite. Hier ist zu sehen, dass einzelne Spannungen pro Seite nur minimal untereinander abweichen.

Speichenspannung mit Reifen
Abb. 2: Speichenspannung mit Reifen

Abbildung 2 zeigt klar, dass durch die Montage des Reifens die Speichenspannung sinkt. Der Reifendruck presst auf die Felge und hat somit einen Einfluss auf die einzelnen Spannungen.

Belastetes Laufrad
Abb. 3: Belastetes Laufrad

Abbildung 3 zeigt ein mit dem Gewicht eines Fahrers statisch belastetes Laufrad. Ist das Laufrad gut und gleichmäßig vorgespannt, wird die Belastung auf nahezu alle Speichen in der oberen Laufradhälfte verteilt. Die Spannung der einzelnen Speichen nimmt dort zu. Im Bereich der Aufstandsfläche nimmt die Spannung an wenigen Speichen geringfügig ab. Das bedeutet, während einer Radumdrehung wird jede Speiche einmal maximal belastet und einmal entlastet. Auf einer ein Kilometer langen Strecke passiert das rund 450 mal. Ist die Vorspannung insgesamt zu niedrig, kann dies dazu führen, dass Speichen im Betrieb komplett entlastet werden. Dadurch können sich die Speichen zusätzlich weiter lösen und diese werden höher belastet. Das Laufrad ist insgesamt instabiler und das Material ermüdet vorzeitig. Wäre die Spannung hingegen zu hoch, wären bei Lastspitzen, z.B. bei einer Landung nach einem Sprung, die Kraft auf die Speiche zu hoch und sie würde sich plastisch verformen. Durch diese Überdehnung der Speichen nimmt die Spannung ab und das Rad verliert an Stabilität.

DT Swiss Poland wheel building

Erst der korrekte Aufbau macht aus Qualitätskomponenten auch ein Qualitätslaufrad. Aus diesem Grund werden bei DT Swiss sämtliche Laufräder von Hand aufgebaut. Mit höchster Präzision und auf Basis von Toleranzen, welche eine herkömmliche Maschine niemals erreichen würde, werden jede Woche Hunderte Laufräder in der Schweiz, in Polen, in Asien und in Amerika in Handarbeit aufgebaut.

DT Swiss nimmt von jedem Laufrad einen «Fingerabdruck», bevor es die Produktion verlässt. Dieser «Fingerabdruck» beinhaltet neben der Spannung jeder einzelnen Speiche ebenso die Mittigkeit und den Rundlauf des Rades. Ein Laufrad verlässt erst das DT Swiss Werk, wenn sein «Fingerabdruck» unseren hohen Anforderungen erfüllt. Der «Fingerabdruck» jedes Rades wird zusammen mit dem Namen der Laufradbauerin oder des Laufradbauers in unserer Datenbank gespeichert. All diese Kontrollen sorgen für die hohe DT Swiss Qualität.

Mehr Informationen zum Herstellungsprozess von Speichen findest du auf unserer Website.

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There is 1 comment on this post
  1. Andreas
    Juli 25, 2018, 3:54 pm

    Sehe ich das richtig, dass Laufradbau bei DT Swiss eine Frauendomäne ist? 😉

    Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, das Theorie nicht gleich Praxis ist – das Wichtigste neben der Wahl des richtigen Materials ist und bleibt GLEICHMÄSSIG HOHE Speichenspannung, dann halten Kettenschaltungshinterräder auch in der Praxis, trotz dass sie theoretische Schwächen haben (Asymetrie, auch in der Speichenspannung).

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