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KONA BLOG – RUEDI WILD

Wenn man den Langdistanz Triathlon betrachtet, könnte man denken, dass es vor allem um die physischen Aspekte geht und dass genau diese Aspekte über Sieg und Niederlage entscheiden- aber nur einige wenige verstehen die enorme Bedeutung der Psyche und der taktischen Genauigkeit in diesem Sport. 

Während einige Athleten vom Start an auf Sieg setzten, versuchen andere vor dem Rennen den Wettkampf, die Gegner und die Bedingungen genau zu verstehen, um dann zu entscheiden wie die Renntaktik aussieht. Während einige Athleten nach einem strikten festgelegten Plan trainieren, versuchen andere das Training immer wieder an die gegebenen Situationen und externe Einflüsse anzupassen. Beide Wege können zum Erfolg führen.

„Ich denke der Begriff Schweizer Präzision trifft meinen Ansatz im Triathlon sehr gut. Ich kann mir Rennen in der Regel sehr gut einteilen und so am Ende noch stark laufen.“ 

Ruedi Wild ist wahrscheinlich ein Athlet bei dem es keine Kamikaze- ähnlichen Aktionen in einem Langdistanz Rennen geben wird. Er hat ein sehr gutes Gespür für bestimmte Rennsituationen und kann dem entsprechend seine Taktik anpassen, was dazu führt, dass der Schweizer Athlet häufig als Erster über die Ziellinie läuft. Nachdem Ruedi mit 3 Siegen bei Ironman 70.3  Rennen eine fantastische erste Saisonhälfte hatte, ist er nun bereit für den Nachtisch in Kona.

„Die Erfolge in diesem Jahr haben mein Selbstbewusstsein auf jeden Fall positiv beeinflusst. Nachdem ich beim Ironman Switzerland zweiter werden könnte, hatte ich auch keinen Druck mehr noch weitere Rennen zu machen und konnte mich voll auf die Vorbereitung für die Weltmeisterschaft konzentrieren.“

Wenn man sich seine finalen Rennvorbereitungen anschaut, dann spielt nicht nur die physische sondern auch die mentale Vorbereitung eine wichtige Rolle. Die richtige psychische Einstellung am Renntag kann manchmal wichtiger sein als sie physische Fitness. Ruedi ist sich dem bewusst und trainiert deshalb nicht nur seine Physis sondern auch die Steuerung seiner Gedanken, um am Renntag auf alles vorbereitet zu sein; bereit für die Hitze der brennenden Sonne auf dem Highway, bereit für die einsamen Kilometer im Energy Lab und bereit für den Moment, wenn der Kopf den Beinen sagen möchte sofort anzuhalten, sodass die anhaltenden Schmerzen endlich aufhören.

„Die Schlüsseleinheiten sind auch mental unheimlich wichtig. Vor allem wenn ich mal einen schlechten Tag habe, versuche ich mit mentaler Hilfe meinen Körper wieder auf ein positives Level zu bringen, denn das ist es, was man auch im Rennen schaffen muss.“

Die mentale Stärke sich selbst „an den Haaren aus dem Sumpf“ zu ziehen ist mit Sicherheit ein wichtiges Puzzleteil für Ruedis Erfolg. Des Weiteren, vertraut Ruedi aber auch auf seine langjährige Erfahrung im Triathlonsport; er kennt seinen Körper genau und weiss wie dieser auf bestimmte Trainingsreize reagiert. Ruedi versucht den Zeichen seines Köpers besondere Aufmerksamkeit zu schenken und eher seinen Trainingsplan mal dementsprechend anzupassen, als einem fixen Plan zu folgen. So kommt es auch, dass er im Zweifel auch die ein oder andere Trainingseinheit ausfallen lässt, sodass die wirklich wichtigen Schlüsseleinheiten zu 100% „sitzen“. Genauso wichtig wie die Trainingsbelastung ist auch die Regeneration, die vor allem in der zweiten Saisonhälfte mit Hinblick auf die Weltmeisterschaft auf Hawaii eine noch höhere Bedeutung bekommt.

RUEDI’S #FLATOUTAST MOMENT

„Ich denke der entscheidende Moment im Rennen ist immer der, in dem negative Gedanken aufkommen. Das kann überall passieren, aber meisten kommt es, wenn man die Hälfte des Marathons geschafft hat, auf den Highway abbiegt und einfach ins Niemandsland läuft. An diesem Punkt entscheidet sich ob der Kopf den Körper besiegen kann und man ein gutes Ergebnis erreichen kann. Der Kopf muss einfach bereit sein #FLATOUTFAST zu gehen.“

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